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Diakonie-Präsident: Bei Lockerung der Corona-Beschränkungen Maß und Mitte wahren

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Pressemitteilung der Diakonie Deutschland vom 6. Mai 2020

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder beraten heute erneut über Lockerungen der wegen der Corona-Pandemie erlassenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Dazu erklärt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie:

"Bei den Lockerungen der Corona-Beschränkungen müssen wir jetzt zusammen eine angemessene Balance zwischen dem gebotenen Schutz und der ersehnten Teilhabe am Leben finden. Das erfordert viele und breite gesellschaftliche Debatten, die regelmäßig im Deutschen Bundestag und nicht nur in den Talk-Shows zu führen wären. Wir begrüßen die vorsichtigen Öffnungen, sie sind für das Zusammenleben geboten. Gleichzeitig geht es jetzt um eine neue Normalität mit Corona. Wir alle müssen lernen, in unterschiedlichsten Situationen und Zusammenhängen das richtige Verhältnis von Nähe und Distanz auszuhandeln und dann auch konsequent umzusetzen. Die Pointe dieser bundesweiten Sozialübung ist ja, dass es ohne Rücksicht und Achtung vor den Bedürfnissen der Anderen auch für jeden Einzelnen nicht mehr Freiraum geben wird."

Lilie begrüßt, dass sich insbesondere für die in den vergangenen Wochen stark belasteten Familien Entlastungen abzeichnen. Zudem sei wichtig, dass die Isolation älterer Menschen in kleinen Schritten überwunden werde. "Zugleich ist es aber unabdingbar, in Kindergärten und Schulen, in Altenheimen und Einrichtungen für behinderte Menschen den nötigen Schutz sicherzustellen. Wir dürfen uns die wiedergewonnenen Freiheiten nicht mit einer zweiten Infektionswelle erkaufen", warnt Lilie.

Wichtig ist für den Diakonie-Präsidenten, jetzt langfristige Verhaltensänderungen einzuüben und eine neue Form von Respekt zu lernen. "Wir brauchen eine Art von Corona-Knigge' und müssen Ideen für eine Kultur der gegenseitigen Rücksichtnahme entwickeln, wie wir miteinander umgehen wollen", sagt Lilie. "Für Egoismus und Partikularinteressen darf jetzt kein Platz sein.

Wir brauchen einen neuen Sinn für das Miteinander und die Solidarität mit den von der Corona-Krise am Stärksten betroffenen Gruppen."