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Wie erleben Menschen, die über 80 Jahre alt sind, die Auswirkungen der Corona-Pandemie? Hochaltrige Menschen leiden unter Kontaktbeschränkungen, empfinden aber höhere gesellschaftliche Wertschätzung

|   Mitteilungen

Obwohl immer mehr Menschen in Deutschland ein hohes und sehr hohes Alter erreichen, ist über deren Lebenssituationen immer noch wenig bekannt.  

Der erste Bericht „Wahrgenommene Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebenssituation älterer Menschen“ der vom BMFSFJ geförderten Studie „Hohes Alter in Deutschland“ (D80+) zeigt, dass die Erfahrungen hochbetagter Menschen sehr unterschiedlich sind. Vor allem die Kontaktbeschränkungen werden überwiegend als Belastung empfunden. Ein Ergebnis der Studie ist aber auch, dass viele hochaltrige Menschen durch ihre lange Lebenserfahrung und ihre individuellen Bewältigungsstrategien, die sie im Laufe ihres Lebens entwickelt haben, ein Maß an Wohlbefinden auch in Zeiten der Pandemie aufrechterhalten.

Darüber hinaus zeigt die Studie auf, dass es auch positive Veränderungen, wie beispielsweise in der wahrgenommen gesellschaftlichen Wertschätzung, gibt. Ein erheblicher Teil alter Menschen hebt hier besonders die sozialen Kontakte und den Zusammenhalt in der eigenen Nachbarschaft hervor.
Viele sehr alte Menschen konnten von der pandemiebedingten Ausweitung digitaler Angebote nicht profitieren. Nur ein Viertel der hochaltrigen Menschen, die online sind, berichten über Veränderungen in der eigenen Nutzung des Internets durch die Corona-Pandemie. Der Deutsche Hochaltrigkeitssurvey: Hohes Alter in Deutschland (D80+), aus dem der erste Bericht hervorgeht, soll die Lebenssituationen und Lebensqualität der Menschen ab 80 Jahren umfassend abbilden.

Die Studie ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung, bei der Personen in Privathaushalten und Institutionen ab 80 Jahren interviewt werden. Die Daten dazu werden in allen Bundesländern erhoben. Dies ist umso bedeutsamer, als diese gesellschaftliche Gruppe im Jahr 2017 laut Statistischem Bundesamt bereits bei einem Anteil von 6,2 Prozent an der Gesamtbevölkerung in Deutschland lag und ihr Anteil künftig noch deutlich steigen wird.
Die Befragung lehnt sich an den Deutschen Alterssurvey (DEAS) an. 

Folgende Themenbereichen werden erforscht:

  1. Lebensführung und soziale Beziehungen
  2. Gesundheit
  3. Werte und Einstellungen
  4. Lebensgeschichte
  5. Materielle Situation

Bis Herbst 2022 sollen neun weitere Kurzberichte folgen, die die Themen soziale Ungleichheit und Einkommensungleichheit, Digitale Teilhabe, Gesundheits- und Krankheitserleben, Versorgung von Menschen mit Demenz, Einsamkeit, Soziale Unterstützung, Wohnumfeld und Alltagskompetenz, Präferenzen und Wünsche, sowie Zufriedenheit und Wohlbefinden in den Blick nehmen.

Weitere Informationen finden Sie hier: