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„Einsamkeit im Alter“ als politisches Thema

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„Einsamkeit im Alter“ – dieser Begriff hat in verschiedenen europäischen Ländern für Aufmerksamkeit gesorgt.

In England wurde 2018 sogar ein Minister for Loneliness ernannt, der die Regierungsaktivitäten gegen Einsamkeit koordinieren soll. Die EU-Kommission befragt ihre Mitgliedsstaaten nach „Strategies für supporting social inclusion at older age“ – das Bundesfamilienministerium führt dazu eine europäische Konferenz durch, nachdem es im letzten Jahr einen Ideenwettbewerb ausgelobt hatte. In diesem Zusammenhang ist auch die Diakonie Deutschland zum Thema befragt worden und hat ihrerseits die gliedkirchlichen Werke um Einschätzungen gebeten. Nach Auswertungen des Deutschen Alterssurveys sind in Deutschland gegenwärtig vor allem Menschen im hohen Alter einsam – außerdem setzt sich die soziale Isolation früherer Lebensjahre fort. Für die kommenden Jahre erwarten Altersforscher eine Zunahme von Einsamkeit und Isolation aufgrund veränderter familiärer Lebensverhältnisse. Aktuell wird über Förderprogramme nachgedacht, die diese Entwicklung prävenieren. So könnten im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) die über 60-Jährigen adressiert werden, damit diese im Hinblick auf die älteren Mitbürger*innen, aber auch im Hinblick auf die sozialen Bezüge ihres eigenen Alters tätig werden. Für die Diakonie ist das noch bewährte Praxis: Nach der Engagementstudie der Diakonie Deutschland (2012) war die Mehrzahl der 700.000 freiwillig Engagierten im Alter von 60+ und die Mehrzahl engagierte sich in der Altenhilfe. Möglicherweise könnten diakonische Träger diese gute Tradition, die an Selbstverständlichkeit verliert, durch geeignete Projekte fortführen.