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Diakonie Hessen Patientenverfügung

Sterben und Trauer

Fragen und Antworten zur Patientenverfügung

Muss ich eine Patientenverfügung handschriftlich erstellen?

Eine handschriftliche Patientenverfügung ist nicht erforderlich und kann im Eilfall durch schwerere Lesbarkeit auch hinderlich sein. Lediglich die Unterschrift muss, der Ort und das Datum sollen handschriftlich erfolgen. ? Ab welchem Alter sollte man eine Patientenverfügung haben? Alle einwilligungsfähigen Personen ab 18 Jahren können eine Patientenverfügung verfassen und sollten sich mit diesem Thema beschäftigen.

Durch wen sollte ich mich bei der Erstellung der Patientenverfügung beraten lassen?

Sie sollten sich durch Ihren behandelnden Arzt beraten lassen, insbesondere damit individuelle Erkrankungen und Gesundheitsrisiken sowie Lebens- und Behandlungssituationen in der Patientenverfügung angemessen berücksichtigt werden können. Darüber hinaus gibt es Betreuungsvereine, die z.B. Mitglied in der Diakonie Hessen sind, welche eine Beratung zum Thema Patientenverfügung unentgeltlich anbieten. Sie können sich auch – in der Regel kostenpflichtig – von Rechtsanwaltskanzleien und Notariate zu diesem Thema beraten lassen.

Muss ich die Patientenverfügung notariell beurkunden lassen?

Eine Patientenverfügung ist grundsätzlich auch wirksam ohne eine notarielle Beurkundung. Eine Ausnahme gilt, wenn die verfügende Person selbst nicht mehr unterschreiben kann. Dann ist eine notarielle Beurkundung notwendig.

Wie oft sollte ich die Patientenverfügung aktualisieren?

Zwar ist eine Aktualisierung nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber da die Patientenverfügung den aktuellen Willen wiedergeben soll, welcher sich im Laufe der Jahre ändern kann, ist eine regelmäßige Aktualisierung sinnvoll. Sofern sich die gesundheitliche Situation nicht verändert hat, ist eine regelmäßige Anpassung z.B. alle zwei Jahre, mit dem Zusatz: „Diese Patientenverfügung entspricht meinem aktuellen Willen.“ sowie dem handschriftlich vermerkten Ort, Datum und der Unterschrift der verfügenden Person sinnvoll. Des Weiteren sind Überprüfungen der Patientenverfügung nach wesentlichen Änderungen der Lebensumstände beziehungsweise des Gesundheitszustandes zu empfehlen.

Wo sollte ich die Patientenverfügung aufbewahren?

Im Falle einer plötzlich eintretenden Krankheit oder eines Unfalls muss die Patientenverfügung schnell zugänglich sein und dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin ausgehändigt werden. Daher ist es sinnvoll, mehrere Exemplare zu erstellen und z.B. der Hausärztin/ dem Hausarzt oder einem nahen Angehörigen bzw. dem Lebenspartner/der Lebenspartnerin zu geben. Mindestens sollte diesen aber bekannt sein, wo die Patientenverfügung hinterlegt ist. Einen Hinweis, wer im Notfall eine Patientenverfügung hat und zur Verfügung stellt, können Sie z.B. in Ihrem Portemonnaie hinterlegen. Sofern Sie zusätzlich eine Vorsorgevollmacht ausgestellt haben, empfiehlt es sich, die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung der bevollmächtigten Person auszuhändigen.

Was passiert, wenn eine Ärztin/ein Arzt sich nicht an die Patientenverfügung hält?

Es ist landläufige Meinung, dass in diesen Fällen der Ehepartner oder nahe Angehörige den in der Patientenverfügung geäußerten Willen durchsetzen können. Dies ist aber nicht richtig. Vielmehr muss bei unterschiedlichen Auffassungen über den Inhalt einer Patientenverfügung das Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen. Dieser setzt dann den geäußerten oder mutmaßlichen Willen des Verfügenden durch. Wenn Sie dieses oft problematische Verfahren verhindern wollen, können Sie im Zuge der Errichtung der Patientenverfügung entweder eine Betreuungsverfügung oder eine Vorsorgevollmacht ausstellen. Durch die Betreuungsverfügung bestimmen Sie, wen das Gericht in derartigen Fällen als Betreuer auswählen soll, und in der Vorsorgevollmacht legen Sie selbst fest, wer Sie in derartigen Fällen vertreten soll. Daher ist es sinnvoll, sich sowohl über eine Patientenverfügung als auch über den Abschluss einer Betreuungsverfügung oder einer Vorsorgevollmacht Gedanken zu machen.

Wo kann ich weiterführende Informationen erhalten?

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz bietet eine Broschüre mit hilfreichen Empfehlungen an. Diese finden Sie unter: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Patientenverfuegung.html

Außerdem bietet das Ministerium auch Textbausteine zur Erstellung einer Patientenverfügung an: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Downloads/DE/Service/Formulare/Patientenverfuegung_Textbausteine_word.html

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland haben eine Broschüre sowie entsprechende Formulare zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung erarbeitet. Diese finden Sie unter: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/Christliche-Patientenvorsorge-15454.htm