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Diakonie Hessen Trauer Trauerbegleitung Sterben

Sterben und Trauer

Tod und Trauer

Stirbt ein Mensch, der für uns bedeutsam ist, hinterlässt er eine Lücke in unserem Leben, die wir fortan spüren. Es können ganz unterschiedliche Gefühle sein. Wir können uns traurig fühlen, haben vielleicht Angst vor dem was kommt, empfinden Schuld oder sind wütend. Das Leben, dass wir einmal hatten, ist unwiederbringlich vorbei. Wir müssen lernen den Tod zu akzetieren. Wir müssen uns an ein neues Leben gewöhnen, den Toten oder die Tote beweinen und eine neue Form der Beziehung zu ihm oder ihr finden. Das alles braucht Zeit. Und es braucht Menschen, die uns diese geben und uns zur Seite stehen.

Uns ist es wichtig, Menschen dazu zu befähigen, Trauernde angemessen begleiten zu können. Wir bieten darum verschiedene Fort- und Weiterbildungen für Menschen an, die z.B. ehrenamtlich in einem Trauercafe mitarbeiten wollen oder die in diakonischen und kirchlichen Einrichtungen tätig sind. Sie finden unsere Seminare und Veranstaltungen unter der Rubrik Fort- und Weiterbildungen.

Wir arbeiten eng zusammen mit der AG Trauerseelsorge und der AG Trauerkultur in der Evanglischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). 

Ein Koffer voller Materialien und Ideen für die Begleitung von Kindern zum Thema Tod und Trauer

Wer Kinder erzieht oder unterrichtet, begegnet auch ihren Fragen zum Tod und ihrer Trauer. Wenn sie den Tod der Großeltern miterleben, wenn ihr Haustier stirbt oder sie einen toten Vogel auf dem Spielplatz entdecken, weckt das bei ihnen vielfältige Gefühle und wirft für sie dringende Fragen auf. Kinder brauchen dann Erwachsene, die ihre Gedanken und ihre Trauer wahrnehmen und entsprechend ihrem Entwicklungstand auf sie eingehen.

Damit Kinder angemessen begleitet werden können, bietet wir Trauerkoffer an, die bei uns ausgeliehen werden können. Sie enthalten verschiedene Materialien und Ideen, die als Einstieg in das Gespräch mit Kindern über Tod und Sterben dienen.  Da gibt es zum Beispiel die Feder als Symbol für einen guten Wunsch, einen Stein als Sinnbild für die oft gefühlten Bauchschmerzen oder einen Knautschball, an dem Wut und Zorn ausgelassen werden können.

Der Trauerkoffer kann kostenlos bei uns ausgeliehen werden. Schreiben Sie uns einfach eine Mail mit dem Betreff "Trauerkoffer" an: gap@diakonie-hessen.de 

 

Handreichung zum Thema Sozialbestattung neu erschienen

Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder Mensch in unserem Land würdig bestattet wird. Eine Folge des gesellschaftlichen und demografischen Wandels ist leider auch der langsame, aber doch kontinuierlich steigende Anteil von Bestattungen ohne jegliche Begleitung durch Angehörige. Immer öfter müssen die Kommunen Menschen bestatten lassen, die niemanden mehr haben, der diese Aufgabe übernimmt. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der Menschen, die nicht über die finanziellen Mittel für ihre Bestattung verfügen. Die Folge: Sie lassen sich anonym bestatten, weil es am kostengünstigsten ist und weil sie auf diese Weise die Grabpflege niemandem aus ihrer Familie „zumuten“ müssen. So gehört es oft zum Alltag der Friedhofsmitarbeitenden, dass sie regelmäßig alleine die sterblichen Überreste von Menschen zur Grabstätte bringen und beisetzen.

Die Praxis zeigt aber auch: Dort, wo es sich Kommunen mit Kirchengemeinden und Pfarrerinnen bzw. Pfarrern zur gemeinsamen Aufgabe gemacht haben, keinen Menschen ohne Abschied und allein durch einen Mitarbeitenden zu Grabe tragen zu lassen, kommen oft andere hinzu, die Abschied nehmen, Menschen, die den oder die Verstorbene kannten und die dankbar für die Möglichkeit sind, Abschied nehmen und den oder die Verstorbene würdig zu Grabe tragen zu können.

Die Diakonie Hessen und ihre beiden Kirchen wollen mit den Beiträgen und Impulsen in dieser Handreichung dazu ermutigen, sich dieser Aufgabe in Kirchengemeinden und kirchlich-diakonischen Einrichtungen verstärkt anzunehmen. Jeder verstorbene Mensch hat es verdient, dass seiner lebensgeschichtlichen Individualität gedacht und er Gott aus der Gemeinschaft der Lebenden heraus anvertraut wird.

Drei Klicks für passende Worte

Internetseite trauervers.de geht online

Trauer macht oft sprachlos. Dabei hilft eine treffende Aussage sowohl Hinterbliebenen als auch Tröstenden ihre jeweiligen Gefühle auszudrücken. Die Internetseite „trauervers.de“ bietet daher auf schnellem Weg die adäquate Bibelstelle.

War es ein lebensfroher Mensch, der nach einem erfüllten Dasein gestorben ist und soll den Hinterbliebenen ein Trost vermittelt werden? Für diesen Fall verweist die Internetseite „trauervers.de“ auf den biblischen Psalm 116: „Du hast meine Seele vom Tode errettet, … ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen.” Wollen Angehörige ihre Trauer über einen sozial engagierten und viel zu jung gestorbenen Menschen ausdrücken, führt die Seite zum Buch Hiob im Alten Testament: „Nachdem meine Haut noch so zerschlagen ist, werde ich doch ohne mein Fleisch Gott sehen.“

Die neue Internetseite wird von evangelisch.de und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern angeboten. „Denn die Bibel kann eine große Hilfe sein, wenn es darum geht, über Dinge zu reden, bei denen es uns die Sprache verschlägt“, sagt Frank Muchlinsky, Mitarbeiter von evangelisch.de. Der Pastor der Evangelischen Nordkirche kann über trauervers.de bei weiteren Fragen zu Glauben, Kirche und Trauer auch direkt persönlich angeschrieben werden.

Ein weiterer Klick zu Sozialen Medien

In drei Schritten gelangen Nutzerinnen und Nutzer auf trauervers.de zum für sie passenden biblischen Vers. Dafür klicken sie sich durch kurze Fragen zur verstorbenen Person, zum Umstand ihres Todes und zu dem, was sie mit einem Spruch ausdrücken möchten. War der verstorbene Mensch ein Eigenbrötler oder lebte er vernetzt im Familienkreis? Ist er nach langer Krankheit oder gewaltsam gestorben? Soll ihm verziehen oder soll er einfach nur losgelassen werden? Den über diese und andere Fragen gefundenen Vers setzen Theologinnen und Theologen jeweils in seinen biblischen Zusammenhang, für das bessere Verständnis lässt er sich außerdem in vier verschiedenen Übersetzungen anzeigen.

Mit einem weiteren Klick können der passende Zuspruch und die passende Aussage direkt in den Sozialen Medien geteilt werden. „Denn Kondolenzen werden heute auch digital gestaltet“, sagt Anne Lüters von der Öffentlichkeitsarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Bild: Screenshot der Seite trauervers.de

Literaturhinweis: "Niemand soll vergessen sein"

Bestatten - Gedenken - Erinnern

Würdevoll bestatten, trauernden Menschen begegnen, sich ehrenvoll an die Toten erinnern, darum geht es den Herausgeberinnen Barbara Heuerding und Dr. Carmen Berger-Zell. In diesem Buch finden sich, begleitet durch aussagekräftige Fotografien, theologische und diakonische Perspektiven zum Bestatten und Trauern, thematisch orientierte Praxisimpulse für das Gestalten von Abschieden und Gedenkfeiern, ein Überblick über neue Bestattungsformen und Orte der Erinnerung, sowie Wissenswertes zum Thema evangelische Friedhöfe und Bestattungskultur.

Ein unentbehrliches Praxisbuch für alle Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie, die mit dem Thema Bestattung und Trauerarbeit in Berührung kommen.

ISBN 9 783761 565179


Eine Ausstellung zum Buch, mit Bildern von Gaby Gerster, kann bei der Diakonie Hessen kostenlos ausgeliehen werden. Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail an: gap@diakonie-hessen.de 

Internetseiten für Trauernde

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